Online-Therapie: für wen sie passt und wo ihre Grenzen liegen

Nicht jeder Mensch, der therapeutische Begleitung sucht, lebt in der Nähe einer Praxis. Manche arbeiten viel, reisen oft oder haben kleine Kinder, andere leben im Ausland oder in einer Gegend, in der es kaum Angebote gibt. Online-Therapie oder -Beratung per Video kann hier eine echte Lösung sein. Sie hat aber klare Voraussetzungen und Grenzen, und die sollten Sie kennen, bevor Sie sich entscheiden.

Was Online-Therapie bedeutet

Die Gespräche finden per Video statt, über RED medical, einen Dienst, der speziell für Videosprechstunden entwickelt wurde und die geltenden Datenschutz- und Sicherheitsstandards erfüllt. Sie erhalten vorab einen Zugang und können von zu Hause aus teilnehmen. Inhaltlich unterscheidet sich ein gutes Online-Gespräch von einem Gespräch in der Praxis weniger, als viele erwarten: Es geht um Zuhören, Einordnen und gemeinsames Hinschauen. Gespräche sind auf Deutsch und auf Englisch möglich.

Für wen eine digitale Begleitung gut passt

  • Menschen außerhalb von Berlin, die keinen langen Anfahrtsweg wollen oder können.

  • Berufstätige und Eltern, für die Fahrtzeiten ein Hindernis sind.

  • Expats und Menschen, die zwischen zwei Sprachen leben, und in der Sprache sprechen möchten, in der sie fühlen.

  • Gespräche, Beratung und Begleitung bei Stress, Erschöpfung, Beziehungsthemen oder dem Alltag mit ADHS, auch für Paare.

  • Vorbereitung und Stabilisierung, bevor eine spätere Traumaarbeit in der Praxis stattfindet.

  • Menschen, denen der erste Schritt schwerfällt, weil sie sich zu Hause sicherer fühlen.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Online-Begleitung für Sie passt, klärt das ein kurzes, kostenfreies Telefongespräch.

Wo die Grenzen liegen

  • Akute Krisen. Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden oder an Suizid denken, ist Online-Begleitung nicht das richtige Format. Dann brauchen Sie sofort einen Menschen, der erreichbar ist (siehe Hinweis unten).

  • Fehlende Sicherheit zu Hause. Wenn Sie zu Hause keinen ungestörten Raum haben, etwa weil jemand mithört, oder wenn Gewalt in der Beziehung im Spiel ist, ist ein Online-Gespräch ungeeignet oder braucht eine andere Lösung. Sprechen Sie mich in diesem Fall bitte an.

  • EMDR und Traumaverarbeitung. Die Vorbereitung für EMDR-Sitzungen kann gut digital erfolgen. Die verarbeitenden Sitzungen selbst finden bei mir jedoch nur in der Praxis statt. Bei der EMDR-Therapie können immer auch unerwartet starke Erinnerungen oder emotionale Überflutungen auftreten, die vorher niemand erahnen konnte. Vor Ort kann ich dann unmittelbar sichern und den Raum halten, online leider ist dies nur eingeschränkt möglich.

  • Starke Instabilität oder Dissoziation. Wo körperliche Anwesenheit Halt gibt, ist die Praxis das bessere Format.

So gelingt eine gute Online-Sitzung

  • Ein ruhiger Raum, in dem Sie ungestört sind und die Tür schließen können.

  • Eine stabile Internetverbindung und am besten Kopfhörer.

  • Zeit danach, ohne sofort in den nächsten Termin zu wechseln.

  • Etwas zu trinken in Reichweite und ein Platz, an dem Sie bequem sitzen.

  • Eine Telefonnummer als Plan B, falls die Verbindung abbricht.

Der erste Schritt

Ein erstes Gespräch am Telefon ist immer kostenfrei und unverbindlich, und Sie müssen nichts vorbereiten: Wir klären kurz, was Sie bewegt, Sie stellen Ihre Fragen, danach entscheiden Sie in Ruhe. Sie erreichen mich unter +49 174 535 86 70, über das Kontaktformular auf meiner Website, ich melde mich bei Ihnen zurück, oder direkt online buchbar über Doctolib. Gespräche sind auf Deutsch und Englisch möglich, in der Praxis in Berlin oder online.

Befinden Sie sich in einer akuten Krise? Die Telefonseelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar: 0800 111 0 111. Im Notfall wählen Sie die 112.

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